kinderwunschteam berlin - Kinderwunsch- und Endometriosezentrum
Beratung und Therapie bei Unfruchtbarkeit

Ursachen

Männliche und weibliche Sterilitätsursachen

Männliche Sterilitätsursachen

Einschränkungen der Hodenfunktion

Die Einschränkung der Samenqualität kann alle drei Hauptfaktoren (Konzentration, Beweglichkeit, prozentualer Anteil normaler Körperform) der Spermienqualität betreffen. Infektionsbedingte Hodenschädigung (auch Mumps/Ziegenpeter), Hodenkrampfadern- (Varicocele) oder berufsbedingte Druck- oder Temperatureinflüsse, aber auch eine Strahlenbelastung wird damit in Zusammenhang gebracht. Ein zu spät behandelter Hodenhochstand führt oft zu einer Einschränkung der Spermienqualität.

Fehlanlage oder Verschluß der Samenwege

Bestimmte genetische Störungen oder auch Entzündungen können dazu führen, dass die ableitenden Samenwege entweder gar nicht angelegt werden oder aber verkleben. Auch hier spielt die eventuell hoch fieberhafte Mumpsinfektion eine wichtige Rolle.

Hormonstörungen

Relativ selten sind Hormonstörungen an einer eingeschränkten Spermienproduktion Schuld. Ein nicht seltenes Beispiel einer selbst verursachten Hormonverschiebung ist die Einnahme von Anabolika.

Immunologische Faktoren

Zum Beispiel durch langen Spermienrückstau, infektionsbedingt oder nach Vasektomie (operativer Samenleiterverschluss) sollen sich Antikörper gegen die eigenen Spermien bilden, welche deren Befruchtungsfähigkeit reduziert.

Zustand nach Vasektomie

Der operative Samenleiterverschluss als Methode der männlichen Kontrazeption (Schwangerschaftsverhütung) hat zur Folge, dass keine Spermien im Ejakulat erscheinen.

Neurologische- und psychische Faktoren

Bei Querschnittslähmung oder nach Operation von Tumoren im Genitalbereich kann es zu Errektions- und Ejakulationsstörungen (Störung des Samenergusses) kommen.
Bei der sogenannten Retrograden Ejakulation kommt es zwar zum Samenerguss, jedoch in die „falsche“ Richtung, nämlich in die Blase.
Psychische Störungen können durch Libidostörung (Störung des sexuellen Verlangens) und damit verbundene Erektionsstörung, oder aber auch nur Ejakulationsstörung  das Errreichen einer Schwangerschaft verhindern.

Chromosomale Störungen

Bei bestimmten Chromosomenstörungen ist die Spermienausreifung in den Hoden gestört, dass selbst durch eine Hodenbiopsie (Hodengewebsentnahme) keine reifen, befruchtungsfähigen Spermien gefunden werden können.

Fehlbildungen

Es gibt Entwicklungsstörungen des Penis, bei denen die Urethra (Harnröhre) nicht an der Glans Penis (Eichel), sondern im Bereich des Penisschaftes mündet, so daß bei der Ejakulation (Samenerguss) die Samenzellen nicht ohne weiteres in den Bereich des Gebärmuttermundes gelangen können.

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Weibliche Sterilitätsursachen

Endometriose und Sterilität

Die Endometriose ist eine der häufigsten Ursachen für die ungewollte Kinderlosigkeit bei jungen Frauen. Bei über 50 % der Frauen mit Fertilitätsproblemen findet sich bei der zur Abklärung durchgeführten Bauchspiegelung eine Endometriose.

Wie es zur Ausbildung der Endometriose kommt, ist noch nicht erschöpfend geklärt.

Durch Verklebungen, Verwachsungen (Adhäsionen) und Eileiterverschlüssen kann es zu „mechanischen“ Hindernissen kommen. Endometriose-Zysten in den Eierstöcken können zur Behinderung der Eizellreifung führen.  Durch die Endometrioseläsionen kommt es zu einer andauernden Entzündungsreaktion im Bauchraum.  Diese kann die Reifung der Eizellen genauso stören wie die Spermienqualität oder auch die Einnistung einer befruchteten Eizelle.

Nicht immer muss sogleich eine IVF-Behandlung durchgeführt werden. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird Sie entsprechend dem Stadium Ihrer Erkrankung ausführlich beraten. Auch mit einer Endometriose sind Spontanschwangerschaften möglich. Wenn durch die Endometriose starke Schmerzen beim Geschlechtsverkehr entstehen, scheuen viele Paare den Geschlechtsverkehr oder schlafen gar nicht mehr miteinander.

Mehr zu Endometriose

Die Ursachen der weiblichen Sterilität lassen sich folgendermaßen unterteilen:

Hormonelle Ursachen (Häufigkeit ca. 30 % unter den rein weiblichen Sterilitätsursachen)

Das störungsfreie Funktionieren des sensiblen hormonellen Gefüges zwischen Zwischenhirn, Hirnanhangsdrüse und Eierstöcken (sog. „hypothalam-hypophysär-ovarielle Achse“) ist für den reibungslosen ovariellen Zyklus wichtig. Hier wird, unter optimalen Bedingungen, während der fertilen (fruchtbaren) Phase der Frau (zwischen 15 und 40 Jahren) und immer unregelmäßiger auch darüber hinaus (bis zu 45 Jahren) in jedem Zyklus ein reifes Ei gebildet, welches nach dem Eisprung prinzipiell befruchtungsfähig ist. Der Hypothalamus (Teil des Zwischenhirns) als übergeordneter Teil des Gehirns steuert hierbei die regelrechte Ausschüttung der Gonadotropine (Geschlechtshormone) wie FSH (Follikel-Stimulierendes-Hormon), welches die Follikelreifung (Eibläschenreifung) stimuliert, und des LH (Luteinisierendes Hormon), welches letztlich den Eisprung auslöst.

Das perfekte Zusammenspiel dieser Hormone wird unter anderem beeinflußt durch weitere Hormone, wie z. B. Prolaktin, Schilddrüsenhormone, männliche Hormone und Insulin. Kleinste Abweichungen innerhalb dieses Systems können die regelrechte Entwicklung der Follikel stören.

Auch externe Faktoren, welche das hormonelle Gefüge verändern, wie Leistungssport und erheblicher psychischer Stress, können eine Sterilität bedingen.

Hormonelle Störungen können nicht nur hinderlich sein beim Erlangen einer Schwangerschaft, sie können sich auch negativ auf die kindliche Entwicklung auswirken oder zu einer Fehlgeburt führen.

Tubare Sterilität  (Häufigkeit ca. 30 %)

In Folge von Entzündungen der Eileiterschleimhaut kann der Transport der Eizelle von Ovar (Eierstock) zum Uterus ( Gebärmutter) gestört sein. In extremen, jedoch gar nicht so seltenen Fällen, kann ein oder beide Eileiter (Tuben) vollkommen verschlossen sein. Diese Veränderungen werden häufig durch Bakterien wie z. B. Chlamydien ausgelöst.

Entzündliche Vorgänge (Eierstockentzündungen oder auch eine Blinddarmentzündung) führen häufig zu lokalen Entzündungsreaktionen, welche sich in der Bildung von Verwachsungen auswirken. Hierdurch könne die Eileiter in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt sein, die die Auffangfunktion der Eileiterenden (Fimbrien-) behindern. Beim Eisprung muss die Eizelle vom Eileiterende aufgenommen werden, um dann  im Eileiter weiter transportiert zu werden, wo schließlich auch die Befruchtung stattfindet. Kommt es zur stärkeren Beeinträchtigung der Passage der Eizelle oder des frühen Embryonen, kann es zur vorzeitigen Einnistung (Implantation) im Eileiter kommen, wodurch ein lebensgefährlicher Zustand eintritt (Eileiterschwangerschaft).

Gerade auch die an anderer Stelle ausführlicher besprochene Endometriose  als nicht-bakterielle Entzündungsquelle kann diese und andere Folgen haben.

Uterine Sterilität  (Häufigkeit ca. 5 %)

Es gibt verschiedene Fehlbildungen der Gebärmutter, wie den Uterus septus, Uterus subseptus und den Uterus arcuatus, welche die Einnistung, oder aber die ungestörte Entwicklung eines Embryonen stören können. Auch können Myome (gutartige Muskelwucherungen) je nach Größe, Wachstumsort (Gebärmutterhöhle, Gebärmutterwand, Gebärmutteroberfläche) die Fruchtbarkeit einschränken. Sogenannte Endometriumpolypen (lokale Schleimhautüberproduktion) oder Verklebungen nach Entzündungen oder aber in Folge von Ausschabungen (auch Schwangerschaftsabbrüchen) schränken die Fertilität (Fruchtbarkeit) ein.

Ein weiteres Problem ist die sich schlecht entwickelnde Gebärmutterschleimhaut ohne erkennbare Ursache.

Zervikale Sterilität  (Häufigkeit ca. 5 %)

Zervixrisse oder Entzündungen sind für die Durchgängigkeit der Spermien abträglich. Besonders die Eigenschaft des Zervixschleims zur Zeit der Befruchtungsfähigkeit der Frau  kann durch einen Mangel an Östrogenen so verändert sein, dass den Spermien der weitere Aufstieg von der Vagina (Scheide) Richtung Uterus (Gebärmutter) verwehrt bleibt.

Vaginal bedingte Sterilität  (Häufigkeit ca. 5 %)

Fehlbildungen oder Stenosen können verhindern, daß es zum Geschlechtsakt kommt. Entzündliche Vorgänge können eine Fehl- oder Frühgeburt begünstigen.

Immunologische Sterilität (Häufigkeit ca. 5 %)

Über die Bedeutung von Spermaantikörpern und die mögliche „Abstoßungsreaktion“ zwischen Samen- und Eizelle wird noch immer viel spekuliert. Die sich aus vermuteten immunologischen Ursachen ergebenden Therapien sind in ihrer Wirksamkeit zweifelhaft und umstritten.

Störung der Blutgerinnung   (Häufigkeit ca. 5 %)

Verschiedene angeborene Störungen der sogenannten „Kaskade der Blutgerinnung“ können sich, ohne dass sie irgendeinen erkennbaren Einfluß auf das tägliche Leben haben, negativ auf die Wahrscheinlichkeit auswirken, schwanger zu werden oder zu bleiben. Diese unter „Thrombophillie“ zusammengefaßten Störungen sind teilweise durch Blutgerinnungshemmer erfolgreich zu behandeln.

Chromosomale Störungen (Häufigkeit ca. 5 %)

Angeborene Störungen, wie z. B. die  nummerische Chromosomenaberration ( Abweichung von der normalen Chromosomenzahl) in allen Zellen oder in einem Teil der Zellen des Körpers (Mosaikenbildung) können ebenfalls verhindern, dass es zu einer Schwangerschaft kommt. Andererseits können sie die Wahrscheinlichkeit von Aborten (Fehlgeburten) erhöhen.